Fisch nicht nur freitags

Fast 66.000 Tonnen Fisch wurden 2012 nach Österreich importiert.[1] Gleichzeitig stammen nur etwa fünf Prozent unseres Fischkonsums aus Inlandserzeugung.[2]

Die gebackene Scholle mit Kartoffelsalat findet sich auf der Speisekarte fast jedes Wirtshauses. Auch hungrige Kindermünder verlangen nach Fischstäbchen, die aus Polardorsch hergestellt werden. Selbst wenn der direkte Meereszugang fehlt, lassen sich Österreichinnen und Österreicher gerne „ein Stück Meer“ auf der Zunge zergehen. In der immer wichtiger werdenden internationalen Restaurantszene boomen Fischrestaurants und die asiatische Küche ganz besonders – und das nicht nur am Wiener Naschmarkt oder Innsbrucker Marktplatz. Mediterrane Gerichte wie gebratener Oktopus oder Spaghetti Frutti di Mare erfreuen sich großer Beliebtheit.

Pro Kopf verzehren Frau und Herr Österreicher mittlerweile zwischen sieben und acht Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr. Das ist um fast 40 Prozent mehr als noch vor 10 Jahren – Tendenz weiter steigend. [3] Bei den Meeresfischen stehen vor allem Kabeljau (bzw. Ostsee-Dorsch), Seelachs, Scholle, Polardorsch, Rotzunge, Seezunge, Seehecht, Rotbarsch, Hering und Makrele auf dem Speiseplan.[4]

Doch nur wenige wissen um den Zustand der Meere und deren Überfischung Bescheid. Noch weniger Menschen sind sich bewusst, wie ihr Fischkonsum Menschen in Entwicklungsländern betrifft. Der fehlende Zugang zum Meer kann in Zeiten einer globalisierten Welt dafür keine Begründung mehr sein.

Letztlich entscheidet wir durch verantwortungsvolle Konsumentscheidungen sowie Restaurants und Handel mit ihrer Angebotspolitik über die Zukunft des Fischfangs.

Denn nur das Schaffen einer größeren Nachfrage für nachhaltige Produkte sowie das entsprechende Angebot in Restaurants, Geschäften und auf Fischmärkten wird zu einer positiven Veränderung bei Fischfang und Fischzucht führen. Und so für eine ausreichende Menge an Fisch zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung bzw. die Sicherung der Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen in Entwicklungsländern sorgen.

Quellen für diesen Artikel zeigen

[1] Bundesanstalt für Agrarwirtschaft. Grüner Bericht 2014. Tab_2014_10618_Versorgungsbilanz_Fische.xlsx. Statistik Austria. http://www.awi.bmlfuw.gv.at/index.php?id=gruenerbericht2014&no_cache=1&K=0

[2] Österreichisches Lebensministerium. Aquakultur 2020 – Österreichische Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion. Seite 7. http://www.bmlfuw.gv.at/land/produktion-maerkte/tierische-produktion/fischzucht-oe/aquakultur_2020.html

[3] Österreichisches Lebensministerium. Aquakultur 2020 – Österreichische Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion. Seite 7. http://www.bmlfuw.gv.at/land/produktion-maerkte/tierische-produktion/fischzucht-oe/aquakultur_2020.html

[4] http://www.bmlfuw.gv.at/land/produktion-maerkte/tierische-produktion/fischzucht-oe/aquakultur.html

Austria

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