Beifang – ein trauriges Thema

Rund 40% des weltweiten Fischfangs geht ungewollt ins Netz und wird zum Teil tot oder sterbend einfach ins Meer zurückgeworfen.

Was als Fischmenü auf unseren Tellern landet, hat oft eine zerstörerische Vorgeschichte. Denn häufig werden nicht nur die gewünschten Arten gefangen, sondern auch zahlreiche andere, „ungewollte“ Tiere – der sogenannte „Beifang“

globale Beifangstatistik: jedes Jahr verenden unbeabsichtigt…[1]

  • 300.000 Kleinwale und Delfine
  • 250.000 stark gefährdete Unechte Karettschildkröten und vom Aussterben bedrohte Lederschildkröten
  • 300.000 Seevögel, darunter 17 Albatrosarten

Insgesamt ganze 38 Millionen Tonnen an Meereslebewesen unbeabsichtigt gefangen. Das entspricht 40% des weltweiten Fischfangs. Ein Großteil davon wird als „Müll“ tot, sterbend oder schwer verletzt wieder zurück ins Meer geworfen oder an Land entsorgt! Bei manchen Arten sogar noch viel mehr: Für ein Kilo Shrimps kommen 5- 20 Kilo Beifang mit in die Netze! [2] Die kommerzielle, nicht selektive Fischerei stellt damit eine der größten Bedrohungen für marine Arten dar. Eine gigantische Verschwendung, die ganze Arten an den Rand des Aussterbens bringt, die Basis der Fischerei bedroht und den empfindlichen Lebensraum Meer zerstört – ganz abgesehen von der Frage, wie wir es ethisch vertreten können, Lebewesen als Abfallprodukt zu behandeln.

Zu den gefährlichsten Fangtechniken zählen Treib- oder Stellnetze. Die bis zu 30 Meter hohen Stellnetze hängen entweder dicht unter der Wasseroberfläche oder werden am Boden verankert. Fische einer bestimmten Größe verhaken sich mit ihren Kiemen oder Flossen darin. Aber auch zahlreiche Wale und Delfine verfangen sich in den Netzen, können nicht mehr an die Oberfläche schwimmen um Luft zu holen und verenden qualvoll. Tatsächlich stellt Beifang heute die größte Bedrohung für gefährdete Meeressäuger weltweit dar. Alleine in Pakistan sterben jährlich 12.000 Delfine in Stellnetzen, die für den Fang von Thunfischen eingesetzt werden. [3]

Doch das muss nicht so sein – es gibt eine Reihe von „intelligenteren“ Fangmethoden, die den Beifang stark reduzieren. Netze mit Öffnungsklappen für hochschwimmende Meeresschildkröten, spezielle Haken, oder auch der Einsatz von Geruchsmitteln um gezielt Haie von Ködern an Langleinen abzuschrecken sind nur einige Beispiele für selektive Fangmethoden, die den Beifang wesentlich reduzieren.

Nachhaltige Fischerei bedeutet daher nicht nur, die gewünschte Art in einer Menge zu fangen, die den Bestand nicht gefährdet. Es bedeutet auch, Beifang zu vermeiden und damit einen Schlußpunkt unter dieses traurige Kapitel des Umgangs mit den Meereslebewesen zu setzen.

Quellen für diesen Artikel zeigen

[1] WWF Factsheet on Bycatch. http://wwf.panda.org/about_our_earth/all_publications/?166941/Bycatch-Factsheet

[2]DAVIES RWD, et al. Defining and estimating global marine fisheries bycatch. Marine Policy (2009), doi:10.1016/j.marpol.2009.01.003; http://wwf.panda.org/about_our_earth/blue_planet/publications/?160861/Defining-and-estimating-global-marine-fisheries-bycatch

[3] WWF Pakistan. 2014. An Assessment of Catacean Mortality in the Tuna Fisheries of Pakistan. http://iotc.org/documents/assessment-cetacean-mortality-tuna-fisheries-pakistan

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des weltweiten Fischfangs ist Beifang

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