Nachhaltiger Pangasius aus Vietnam – ein WWF-Vorzeigeprojekt

Pangasius: kostengünstig, grätenfrei und geschmacksneutral – Kriterien, die diesen Fisch zu einem beliebten, vielseitig einsetzbaren Speisefisch machen. Doch nur wenige Fische sind so umstritten wie dieser. In einem WWF-Projekt soll die gesamte Lieferkette nachhaltig gestaltet werden.

Mit 85 Prozent ist Vietnam weltweit der größte Lieferant von Pangasius. Der Löwenanteil kommt dabei aus Aquakulturen: 2013 wurden auf ca 6.000 Hektar 977.000 Tonnen Pangasius gezüchtet und in 135 Länder exportiert – allen voran in die Europäische Union, die 22 Prozent des gesamten Exports abnimmt.[1]

Doch der vietnamesische Pangasius hat durch nicht nachhaltige Zuchtbedingungen einen schlechten Ruf. Ein Hauptproblem ist die Verschmutzung der Gewässer, denn intensive Fischhaltung erzeugt große Mengen an Exkrementen. Dazu kommt die Verschmutzung durch Chemikalien und Antibiotika, die verwendet werden, um Seuchen und Krankheiten entgegen zu wirken. Aquakultur ist also nur dann eine vernünftige Alternative zu Wildfisch, wenn sie verantwortungsvoll und nachhaltig betrieben wird.

Verantwortung für umweltverträgliche Produkte zu übernehmen, heißt, dafür zu sorgen, dass eine für die Umwelt nachteilige Produktion verbessert wird. Der WWF hat daher, gemeinsam mit vietnamesischen Projektpartnern, das von der EU kofinanzierte Projekt „Establishing a Sustainable Pangasius Supply Chain in Vietnam“ umgesetzt. Im Zuge dessen soll die gesamte Pangasius-Lieferkette, von den Zucht- und Verarbeitungsbetrieben bis hin zum Export, nachhaltig gestaltet werden.

Alle beteiligten Zuchtbetriebe in Vietnam müssen dabei konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Ressourcen-Nutzung und für eine saubere Produktion nachweisen, somit Energie, Wasser und Abfall reduzieren.

Ein weiteres Projekt-Ziel besteht darin, dass die Hälfte der Pangasius Klein- und Mittelbetriebe ASC-zertifiziert werden und sich an verantwortungsvollen und sozialen Standards des ASC orientieren. Das Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist ein Label für Zuchtfisch, der umwelt- und sozialverträglich gewonnen wird. In den Vergabekriterien klare Zucht-Bedingungen vorgegeben, die etwa die Besatzdichte, das Futter, den Einsatz von Medikamenten oder das Verbot von Kinderarbeit regeln.

Konsumenten können durch ihre Kaufentscheidung also einen aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Der WWF empfiehlt in seinem Fischratgeber beim Kauf von Pangasius auf das ASC-Gütesiegel zu achten, um die ökologischen und sozialen Bedingungen der Pangasius-Produktion in Vietnam positiv zu beeinflussen.

Quellen für diesen Arikel zeigen

[1] AQUA culture Magazine Volume 10, Number 4 July/August 2014. Vietnam’s pangasius industry in 2014. Page 43; http://www.aquaasiapac.com/content-070814.php

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