Frauen in der Fischindustrie

Die Hälfte aller 120 Millionen Personen, die weltweit im weiteren Sinne im Bereich Fischerei und Aquakultur beschäftigt sind, sind Frauen.[1] Unter den Folgen nicht nachhaltiger Fischerei leiden sie stärker als Männer.

Frauen arbeiten in allen Bereichen der Fischindustrie, jedoch in manchen mehr und anderen weniger. In der Selbstversorgung, handwerklichen Fischerei, Fisch-Verarbeitung, dem Fischhandel und dem Bereich der Aquakulturen ist der Frauenanteil besonders hoch. Bei Beschäftigten in der Aquakultur liegt ihr Anteil sogar bei 70 Prozent.[2] Auch bei Umweltschutzorganisationen, die sich Fragen des nachhaltigen Fischens angenommen haben, arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen. In höheren Positionen, sind sie jedoch stark unterrepräsentiert.

Während Frauen mehr als 85 Prozent der Arbeitskräfte in der Fischverarbeitung stellen – also Fisch ausnehmen, in Dosen füllen oder in anderer Form weiterverarbeiten –, findet man nur wenige in Management-Funktion. Eine Tatsache, die nicht das Resultat mangelnder Qualifikationen, sondern unsichtbarer Barrieren und Diskriminierung ist.[3] Dieser Umstand ist zwar nicht nur im Bereich der Fischerei und fischverarbeitenden Industrie bekannt, tritt hier aber besonders deutlich auf. Gerade in Entwicklungsländern sind es oft kulturelle Traditionen, soziale Konventionen oder gar Gesetze – wie das Verbot auf Eigentum – die dafür verantwortlich sind.

Bessere Situation für Frauen bei nachhaltigen Betrieben

Schwindende Fischbestände als Folge jahrzehntelanger Überfischung zwingen selbständige Fischer heute dazu, in neue Fischereimethoden zu investieren oder neue Fischgründe aufzusuchen. Fischgründe, die in der Regel weiter von der Küste entfernt liegen. Einerseits fehlt Frauen häufig das Geld, um in bessere Boote und Ausrüstung zu investieren. Andererseits fehlt ihnen oft die Zeit, entlegenere Gebiete zu erreichen, da sie traditionell auch für die Versorgung der Familie und vor allem Kinder zuständig sind. Auch an Bord großer Fischerboote, die für raue Bedingungen auf offener See geeignet sind, sind sie nach wie vor nicht willkommen.

So sind Frauen derzeit doppelt von nicht nachhaltiger Fischerei betroffen. Zumal sie oft für die Ernährung der ganzen Familie sorgen müssen. Verantwortungsvolle, nachhaltige Fischerei bewirkt eine Stabilisierung oder gar das Wachstum von Fischbeständen in Küstennähe, wodurch diese auch für Frauen leichter zugänglich sind.

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[1] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). Globefish Resarch Programme: The role of women in the seafood industry. Rome, 2015. Page 2; http://www.globefish.org/upl/Publications/Final%20EXECUTIVE_SUMMARY_GL.pdf

[2] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). Globefish Research Programme: The role of women in the seafood industry. Rome, 2015. Page 3; http://www.globefish.org/upl/Publications/Final%20EXECUTIVE_SUMMARY_GL.pdf

[3] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). Globefish Research Programme: The role of women in the seafood industry. Rome, 2015. Page 3; http://www.globefish.org/upl/Publications/Final%20EXECUTIVE_SUMMARY_GL.pdf

  • 40% der Menschen die ihren Lebensunterhalt mit Fischerei oder Fischverarbeitung verdienen, sind Frauen
  • 70% der Menschen die ihren Lebensunterhalt durch Aquakultur verdienen, sind Frauen
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