Weshalb ist nachhaltiger Fisch gut für … die Umwelt?

Nachhaltige Fischerei und Fischzucht wirken sich positiv auf Arten und Umwelt aus, sie haben aber auch große Vorteile für uns Menschen.

Nicht nachhaltiger Fischfang gefährdet Arten und deren Lebensräume. Über Jahrhunderte galten die Weltmeere als unerschöpflicher Quell an Fisch und Meeresfrüchten. Doch heute wissen wir, dass knapp 30 Prozent der Fischbestände überfischt sind – und weitere 60 Prozent bis an die Grenzen befischt.[1] Die Folge: Arten, wie der Pazifische Blauflossen-Thunfisch oder Schwertfisch, gelten heute als bedroht und befinden sich auf historischen Tiefständen.[2]

Welche Vorteile bieten nachhaltiger Fischfang und Fischzucht?

  • Höchstfangmengen werden so gesetzt, dass nur so viel entnommen wird, wie natürlich nachwächst
  • Das Fischereimanagement ist flexibel und reagiert auf Schwankungen in den Bestandsgrößen
  • Die Fischerei minimiert ihre Auswirkungen auf die Lebensräume von Fischen und anderen Meeresbewohnern
  • Unerwünschte „Beifänge“ von Fischen und Meerestieren werden minimiert
  • Der Einsatz von Chemikalien, Antibiotika und Hormonen in Fischzuchten ist reduziert oder ganz abgestellt

Löst die Fischzucht das Überfischungsproblem?

„Aquakultur“ heißt die Zucht von Fischen und Meeresfrüchten. Sie kann ein Teil der globalen Lösung sein und helfen, den Druck auf die wild lebenden Fischbestände zu verringern. Schon heute stammt jeder zweite Speisefisch aus Aquakulturen.[3]

Doch auch hier gilt es, die Folgen für Natur und Mensch im Blick zu behalten. In manchen Küstenregionen zerstört der Bau von Aquakulturanlagen die Küstenlebensräume, wie bspw. Mangrovenwälder. Damit gehen wichtige Laich- und Rückzugsgebiete für viele Tierarten verloren. Andererseits trägt die konventionelle Aquakultur im Meer auch zur Überfischung bei. Denn für die Zucht von vielen Fischen werden Futterfische benötigt, die erst gefangen werden müssen. Und das erhöht den Druck auf Fischbestände, statt ihn zu reduzieren.

Wer ist verantwortlich?

Sicherlich liegt ein Teil der Verantwortung in den Händen der Politik, die durch Gesetze und Verordnungen nachhaltige Fischerei ermöglichen und fördern muss. Auch der Handel spielt eine wichtige Rolle, er muss das Angebot an nachhaltigen Produkten zur Verfügung stellen. Doch ein großer Teil der Verantwortung liegt bei uns Verbrauchern. Durch ein verändertes Verhalten nehmen wir Einfluss auf die Fischereiwirtschaft und unsere Nachfrage regelt auch das Angebot – das ist unsere Chance.

Wie erkenne ich nachhaltigen Fisch?

Entscheiden Sie sich beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten für nachhaltige Produkte – sowohl bei wild gefangenen Meeres- und Süßwasserfischen als auch bei Zuchtfischen. Am leichtesten zu erkennen ist nachhaltiger Fisch, wenn er entsprechend gekennzeichnet ist. Zahlreiche Produkte tragen entsprechende Zertifikate, z.B. MSC für wild gefangenen Fisch oder ASC und Bio-Siegel für Zuchtfisch. Sollten Sie Fisch bei Ihrem Fischhändler oder an der Fischtheke Ihres Supermarkts kaufen, achten Sie auf entsprechende Hinweise oder sprechen Sie mit Ihrem Fischhändler.

Quellen für diesen Artikel

[1] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page 7; http://www.fao.org/3/a-i3720e.pdf

[2] WWF Factsheet. 2014. Current Situation of Pacific Bluefin Tuna and Stock Management. http://d2ouvy59p0dg6k.cloudfront.net/downloads/pacific_bluefin_tuna_factsheet.pdf

[3] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page III; http://www.fao.org/3/a-i3720e.pdf

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