Faszination Meere und Küsten

Wir sind vom Meer fasziniert. Zum Leben und Arbeiten, vor allem aber zum Urlaub machen zieht es uns an die Küsten – zunehmend auch an die der Entwicklungsländer. Das kann zerstörerische Kräfte entfalten.

Tourismus ist einer der weltweit größten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige. An den Küsten der Welt konzentrieren sich 80 Prozent des Tourismus, der damit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor auch für die lokale Bevölkerung in Entwicklungsländern darstellt.

Weltweit erwirtschaftet die Tourismusindustrie rund 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts und beschäftigt 277 Millionen Menschen.[1]

Im aktuellen Jahr 2015 wird die Zahl der Ankünfte von Touristen in Entwicklungs- und Schwellenländern zum ersten Mal die Zahl der Ankünfte in den Industrieländern übersteigen. In den Ländern Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas wächst der Markanteil des Tourismus fast doppelt so schnell wie in Ländern Nordamerikas und Europas. Im Jahr 2030 werden etwa 57 Prozent aller Touristen – oder 1,04 Milliarden – die Meeres- und Küstenregionen der Entwicklungsländer besuchen. Eine große Chance, denn insbesondere in Entwicklungsländern und Inselstaaten fußt der hohe Wohlstandsindikator (Human Development Index) der Vereinten Nationen auf ihren touristischen Aktivitäten.[2]

Das rasante Wachstum geht jedoch häufig einher mit einer unkontrollierten Entwicklung der Küsten. Die Zerstörung von Lebensräumen, Verschmutzung und eine Übernutzung der kostbaren lokalen Ressourcen sind die Folge. Um die existenzielle Grundlage für Menschen langfristig zu sichern, benötigen wir gesunde Meere und Küsten mit intakten Ökosystemen. Um dies zu gewährleisten, ist eine angemessene Landnutzung, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, die Ausweitung von Schutzgebieten und eine nachhaltige Fischerei dringend notwendig. Nachhaltiger Tourismus und nachhaltiger Fischkonsum spielen dabei eine Schlüsselrolle.

 

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