Augen auf beim Fischeinkauf!

Achten Sie beim Fischkauf auf die Zertifikate des MSC für nachhaltige Fischerei oder des ASC für verantwortungsvolle Fischzucht.

Im Dickicht eines übergroßen Angebots helfen Zertifikate und Gütesiegel bei der Orientierung und Kaufentscheidung. Wenn es um nachhaltigen Fischfang geht, ist auf die Zertifizierung durch den Marine Stewardship Council (MSC) Verlass – leicht zu erkennen am weißen Fisch auf blauem Grund – dem weltweit führenden Zertifizierungsprogramm für Fisch aus Wildfang. Verliehen wird es seit 1997 an Fischereien, die in einer umfangreichen Prüfung ihre nachhaltige Praxis unter Beweis stellen konnten.

Eine erfolgreiche MSC-Zertifizierung liefert den Nachweis, dass die Fischerei bestandsschonend arbeitet, vorbildlich geführt wird und dass die Umwelt durch die Fangpraxis nicht in Mitleidenschaft gerät. Heute tragen bereits mehr als 28.000 Produkte das Zertifikat. Zurzeit beteiligen sich mehr als 370 Fischereien an dem Programm. Gemeinsam fischen sie über 11 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr. Das entspricht 12 Prozent des gesamten weltweiten Fangvolumens.[1]

Nachhaltige Aquakulturen als Lösung des Problems?

Der wachsenden Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten versucht man bereits seit einigen Jahrzehnten mit Hilfe der Zucht nachzukommen. Aquakulturen sind heute der am schnellsten wachsende Sektor innerhalb der Herstellung von tierischen Nahrungsmitteln. Rund die Hälfte der Fische und Meeresfrüchte für den menschlichen Verzehr stammen mittlerweile aus Aquakulturen.[2]

Doch schlecht bewirtschaftete Zuchtstationen haben negative Auswirkungen wie Wasserverschmutzung oder die Zerstörung von wichtigen Lebensräumen. Der Fang von Futterfischen verstärkt das Problem der Überfischung zusätzlich. Häufig sind auch die Bedingungen für Arbeitnehmer ausgesprochen schlecht.

Dass es auch anders geht, zeigen Fischfarmen, die vom Aquaculture Stewardship Council mit dem ASC-Siegel zertifiziert werden. Folgen die Farmen den Grundprinzipien des ASC – wie Erhaltung der natürlichen Habitate und Ökosysteme (z.B. Mangroven), Verwendung von nachhaltigen Quellen des Fischfutters oder Einhaltung strenger Bestimmungen für faire Arbeitsbedingungen –, können die Produkte nach erfolgreicher Zertifizierung das ASC-Logo tragen.[3] Mit dem Kauf von Produkten, die das MSC- oder ASC-Siegel tragen, trifft man eine gute Wahl. Gut für die Meere, ihre Bewohner und alle, die von ihnen leben.

Nachhaltigkeit gibt es auch ohne Zertifikat!

Die Nachhaltigkeit von Fischprodukten wird nicht immer und nur durch ein Siegel nachgewiesen. Es gibt nachhaltige und empfehlenswerte Produkte, die nicht zertifiziert sind. Wenn solche Fischereien oder Zuchtbetriebe nachhaltige Produktionsmethoden anwenden, brauchen wir als Konsumenten die Information, wie wir sie von den anderen unterscheiden können.

Aus diesem Grund hat die Europäische Union die Vorschriften erweitert, wie die Etikettierung von Fischprodukten auszusehen hat (siehe Grafik unten). Seit Ende 2014 sind für die Kaufentscheidung wichtige Informationen zwingend anzugeben. Dazu zählen die Fischart, das Fanggebiet und die Fangmethode (z. B. die Art der Netze). Mit diesen Informationen und dem Einkaufsratgeber des WWF kann jeder Verbraucher die richtige Wahl treffen. Eine wichtige Aufgabe bei der nachhaltigen Umgestaltung des Marktes ist die Beratungsarbeit des WWF, die wir gegenüber dem Handel, der Gastronomie, aber auch in direktem Kontakt mit Fischereien und Zuchtbetrieben wahrnehmen.

 

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