Die „kalten Fakten“ der Überfischung

Die weltweite Überfischung gilt heute als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere und das Überleben seiner Bewohner. Sie hat aber auch direkte Auswirkungen auf viele Menschen – vor allem in Entwicklungsländern. Denn tagtäglich werden tausende Tonnen Fisch aus dem Meer gezogen. Leider viel mehr, als auf natürliche Weise nachwachsen kann – eine regelrechte Plünderung der Weltmeere.

Ein Überblick über die traurige Faktenlage:

  • Heute isst jeder Mensch durchschnittlich 19,2 kg Fisch pro Jahr – zirka doppelt so viel wie noch vor 50 Jahren.[1]
  • 2013 wurden weltweit rund 93 Millionen Tonnen Fisch gefangen.[2]
  • Rund 38,5 Millionen Tonnen Beifang pro Jahr werden bei derzeitig vorherrschender Fischereipraxis in Kauf genommen[3]
  • In nur 40 Jahren verzeichnen marine Arten einen Rückgang von 39 Prozent[4]
  • Illegaler Fischfang macht nach Schätzungen 11-26 Millionen Tonnen (12-28 Prozent) des weltweiten Fischfangs aus[5]
  • Etwa 31 Prozent der von der FAO untersuchten Fischbestände gelten weltweit als überfischt[6]
  • Mehr als 60 Prozent der weltweiten Fischbestände gelten heute als maximal befischt[7] und vertragen kein weiteres Steigerungspotenzial
  • In europäischen Gewässern des Nordostatlantiks werden derzeit 39 Prozent der Bestände als überfischt klassifiziert. Im Mittelmeer gelten gar 93% der Bestände als überfischt, im Schwarzen Meer 88 Prozent.[8]
  • Die Europäische Union ist der größte Fischimporteur weltweit.[9]
  • Mehr als 50 Prozent der Importe stammen aus Entwicklungsländern[10]
Quellen für diesen Artikel zeigen

[1] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page 62. http://www.fao.org/fishery/sofia/en

[2] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page 5. http://www.fao.org/fishery/sofia/en

[3] DAVIES RWD, et al. Defining and estimating global marine fisheries bycatch. Marine Policy (2009), doi:10.1016/j.marpol.2009.01.003. Page 20. http://wwf.panda.org/about_our_earth/blue_planet/publications/?160861/Defining-and-estimating-global-marine-fisheries-bycatch

[4] WWF Living Planet Report 2014. Page 138. http://wwf.panda.org/about_our_earth/all_publications/living_planet_report/

[5] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page 84. http://www.fao.org/fishery/sofia/en

[6] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2016. Rome. Page 5-6. http://www.fao.org/fishery/sofia/en

[7] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). The State of World Fisheries and Aquaculture 2014. Rome. Page 7. http://www.fao.org/fishery/sofia/en

[8] EU Press Release. 30.05.2013. http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-487_en.htm

[9] EUMOFA (European Market Observatory for Fisheries and Aquaculture Products). The EU Fish Market. 2014 Edition. Page 1; http://www.eumofa.eu/documents/guest/Yearly%20Highlights/The%20EU%20fish%20market_EN.pdf

[10] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). www.fao.org/news/story/en/item/214442/icode

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der weltweiten Fischbestände sind überfischt

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der weltweiten Fischbestände sind bis an ihre Kapazitätsgrenze befischt

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der weltweiten Fischbestände sind unterfischt

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