Überfischung ist ein großes Problem für Natur und Mensch. Ca. 30 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt, weitere 60 Prozent bis an die Grenzen befischt. Die Meere stehen vor dem Kollaps. Davon bedroht sind auch über 800 Millionen Menschen, deren Einkommens- und Lebensgrundlage von Fisch abhängt – vor allem in Entwicklungsländern. Konsumenten stehen nun vor den Fragen: Soll man überhaupt noch Fisch essen? Gibt es so etwas wie eine nachhaltige Fisch-Wahl überhaupt? Wie kann ich dich Natur entlasten und Menschen unterstützen?

Vorweg: nein, man muss nicht auf Fisch verzichten. Und ja, eine nachhaltige Fisch-Wahl ist möglich! Der WWF betrachtet Fisch, in Maßen genossen, als ausgewogenen Teil der menschlichen Ernährung. Weltweit ist Fisch gar für drei Milliarden Menschen eine wichtige Protein-Quelle. Vor allem in Entwicklungsländern ist Fisch essenzieller Teil der Ernährung. Umso wichtiger ist, dass die Meere gesund sind und Fischbestände sich erholen können. Hier kommt der europäische Konsument ins Spiel. Schließlich ist Europa der weltweit größte Fisch-Importeur. In Österreich sind gar 95 Prozent des konsumierten Fischs importiert.

Nur 5 Prozent des in Österreich konsumierten Fischs stammen aus heimischer Produktion – zumeist Zuchtfisch. Der WWF empfiehlt, bei heimischem Fisch auf Bio-Gütesiegel zu achten. Das EU-Bio-Siegel, das Austria-Bio-Garantie- und Naturland-Siegel sind eine sichere, gute und vor allem nachhaltige Wahl.

Bei importiertem Meeres- oder Zuchtfisch lautet die WWF-Empfehlung: achte auf das MSC-Siegel für Wildfang und das ASC-Siegel für Zuchtfisch aus Aquakultur. MSC-zertifizierte Fischereien müssen sicherstellen, dass Fischbestände nicht überfischt werden. Sie minimieren ungewollten Beifang von z.B. Delfinen, Schildkröten und Haien. Negative Auswirkungen auf Struktur, Produktivität, Funktion und Vielfalt des marinen Ökosystems müssen ebenso minimiert werden. All dies muss durch effektives Management gewährleistet sein.

ASC-Aquakulturen stellen sicher, dass negative Umwelt-Auswirkungen reduziert oder gänzlich verhindert werden. Der Einsatz von Medikamenten und Chemikalien ist strikt geregelt und darf keine Schäden für Mensch und Natur verursachen. Auch die Arbeitsbedingungen für Angestellte in den Zuchtbetrieben haben sich nach Mindest-Standards zu richten.

Eine nachhaltige Fisch-Wahl, die Umwelt und Fischbestände schützt und Menschen unterstützt ist also möglich! Achte daher beim Kauf auf die Empfehlungen des WWF. Mehr Informationen zu nachhaltigem Fisch und den globalen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Fischkonsums findest Du auf dieser Seite.

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